Donnerstag, 19. August 2021
Tag 5
Hallo Zusammen!
Wieder ist ein Tag vergangen und heute waren wir mal richtig fleißig! Nach dem Frühstück hat uns die Wildniscamp-Praktikantin Marie in Empfang genommen und uns ein kleines Rätsel gestellt. Wir mussten Fotos von typischem "Zivilisationsmüll" der richtigen Verrottungsdauer zuordnen. Ich würde sagen wir haben dabei ziemlich gut abgeschnitten!
Nachdem wir das gelöst hatten, gings auf richtung Falkenstein. Der Weg dort hin führt durch Wälder die seit 200 Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden und schon einen guten Eindruck davon vermitteln wie der "Urwald" hier mal ausgesehen hat. Bäume jeden Alters stehen oder liegen kreuz und quer neben und auf dem Weg. Wenn man das so sieht wird einem erst bewusst wie stark wir durch unsere Nutzung die Wälder überhaupt verändern.
Später ging es dann durch jüngere Waldabschnitte die größtenteils aus Fichten bestehen und in denen der Borkenkäfer wütet bzw. gewütet hat. Mittlerweile sieht man an vielen Stellen schon was da nach ein paar Jahrzehnten nachkommt, aber es ist verständlich, dass das am Anfang mit gemischen gefühlen aufgenommen wurde.
Nach ca. 3 Stunden hatten wir den Gipfel, bzw. das Schutzhaus direkt neben dran erreicht und konnten uns erst mal stärken. Nachdem wir gut gegessen und unsere Teilnehmer centgenau 10% Trinkgeld ausgerechnet und abgezählt hatten (was uns für immer einen Platz im Herz der Wirtin beschert hat), konnten wir die letzten Meter zum Gipfel bewältigen und dort die Aussicht genießen. Auch wenn vorher einige schon ziemlich erschöpft waren, hat der Anblick unseres Camps von oben (und aus doch einiger Entfernung) alle mit neuer Energie versorgt.
Als wir die Umgebung ausreichend "eingesogen" hatten, ging's also wieder hinab wo wir ziemlich zeitgleich mit Ruth eintrafen.
Dankbar um die mitgebrachten Leckereien haben wir erst mal ein bisschen Kaffee und Tee getrunken um dann mit den Vorbereitungen für unser Abendessen zu beginnen.
Für Außenstehende mag es vielleicht so ausgesehen haben als hätten wir einfach nur gegrillt, aber für Eingeweihte ist natürlich absolut klar, dass ein klassisch brasilianisches Asado veranstaltet haben. Nach der doch anstregenden Wanderung war das wohl genau das richtige, jedenfalls haben alle kräftig zugelangt.
Bis auf 4 Wackere (die sich wahrscheinlich einfach nicht überwinden können das wärmende Feuer zu verlassen um in der Kälte Zähne zu putzen) sind alle schon in ihren Hütten verschwunden.
Wir harren also noch eine halbe Stunde aus und freuen uns dann auch auf die warmen Schlafsäcke.
Bis morgen,
Christoph
Tag 4
Hallo Zusammen!
Heute morgen wurden wir leider wieder zu leichtem Nieselregen wach. Die Vorzeichen standen leider auch nicht wirklich gut, so dass wir unseren Plan aufgeben mussten heute den Falkenstein zu erklimmen. Immerhin hat sich die Stimmung beim Frühstück ein bisschen aufgehellt. Was warmes zu trinken und ein Spiegelei mit Speck lassen den Himmel gleich nicht mehr ganz so grau aussehen.
Um der Kälte zu entfliehen haben wir uns heute nach Zwiesel aufgemacht und haben es gerade so noch in das Hallenbad geschafft bevor die maximale Besucheranzahl erreicht war. Die Idee sich dort etwas aufzuwärmen hatten heute wohl noch ein paar andere.
Nach 3 Stunden planschen hatten dann aber alle ausreichen Schwimmhäute gebildet und wir konnten warm und zufrieden wieder zurück ins Camp. Dort gab es noch die restlichen Pelmeni von gestern und alles was wir sonst noch so hatten. Anschließend waren sich alle einig, dass nun eine Mittagsruhe angebracht wäre ;-)
Glücklicherweise wurde das Wetter langsam etwas besser und vor allem war es nicht mehr ganz so kalt. Um halb 6 haben wir uns noch mal aufgemacht um den Wildtiergehegen im Nationalparkzentrum einen Besuch abzustatten. Scheinbar war das Timing perfekt, denn wir hatten das Glück Luchse, Wölfe, Przewalski-Pferde und Auerochsen zu sehen. Obwohl die Tiere in den riesigen Gehegen jeweils nur kurz bzw. aus der Ferne zu sehen waren, war das ganze doch ziemlich eindrucksvoll.
In der Dämmerung ging es dann durch den Wald zurück ins Camp wo glücklicherweise schon ein heißes Chili auf uns wartete.
Unsere Jugendlichen sind gerade auf dem Weg in Ihre Schlafsäcke, ich sitze mit Marco noch am Feuer um den letzten verirrten den Weg zu zeigen. Das schönste: Wenn man nach oben in den Himmel blickt, sieht man zwischen den Wolken sogar ein paar Sterne. Es besteht also Hoffnung, dass wir morgen wieder besseres Wetter haben!
Bis dann,
Christoph